Chronology

Datum Ereignis
19166. JännerGeburt von Wolfgang Friedrich Egon Gustav Kindt
192026. JännerTod des Vaters Egon Kindt
1921Finanzkrise in Österreich
1922SeptemberWolfgang beginnt die 1. Klasse Volksschule
1927SeptemberWolfgang beginnt die 1. Klasse Mittelschule
1931September1. Jahrgang in der Höheren Abteilung für Hochbau der technisch-gewerblichen Staatslehranstalt mit gleichzeitiger Lehrzeit als Maurergeselle
193119. DezemberErlass des Bundesministeriums für Unterricht: Verbot der Teilnahme von Lehrpersonal und Schülern an sogenannten Selbstschutzverbänden
1932Erste Verwarnung Wolfgangs durch die Schuldirektion wegen Teilnahme an einem der verbotenen "Selbstschutzverbände"
193330. JännerErnennung Hitlers zum Reichskanzler Deutschlands
193319. JuniEngelbert Dollfuß verbietet die NSDAP in Österreich.
19341. MaiIn Österreich tritt die Maiverfassung in Kraft, der austrofaschistische Ständestaat ist gegründet

Infolge der Machtübernahme der NSDAP und ihrer Expansionspolitik verlässt ca. eine halbe Million Menschen Deutschland. Nur etwa 1300 – 2000, hauptsächlich unbekannte und junge Deutsche kommen nach Norwegen. Darunter befinden sich der spätere deutsche Bundeskanzler Willy Brandt und der schon in der Weimarer Republik produktive Dada-Künstler Kurt Schwitters. Einerseits waren vor allem jüdische Emigranten in Norwegen unwillkommen (noch 1938 schickte das Passamt Juden nach Deutschland zurück), andererseits lernten viele politisch tätige Menschen in Norwegen eine demokratische Staatsform kennen, die so in Deutschland noch nicht üblich gewesen war.
(Quelle: http://www.pdfdownload.org/pdf2html/pdf2html.php?url=http%3A%2F%2Fwww.oslo.diplo.de%2Fcontentblob%2F2768280%2FDaten%2F856830%2F47_DownloadDatei_DE.pdf&images=yes)
1935SommerAbschluss mit Matura an der technisch-gewerblichen Staatslehranstalt
1935HerbstInskription an der Universität in Wien als "außerordentlicher" Hörer wegen Teilnahme an verbotenen Verbänden
1937HerbstWolfgangs Relegation (Ausschluss) von der Uni- Wien: Architektur und Bauingenieurwesen im 5. Semester
1937HerbstInskription als ordentlicher Hörer an der Technischen Hochschule in München. Seine Prüfungen, die er in Wien ablegen konnte, wurden in München anerkannt und angerechnet
193812. MärzEinmarsch deutscher Truppen und „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich
1938AprilWolfgang nimmt eine Stelle im Heeresbauamt in Rosenheim an
1938 MaiAngestellter im Luftgaukommando VII in München (bis März 1939)
1939FebruarStudienabschluss als Dipl. Ing. für Hoch- und Tiefbau
1939MärzFreiwillige Meldung zur Luftwaffe
1939MärzAnkauf des Grundstücks in Reichenau an der Rax, NOe, Schneedörfl
193914. AprilBeginn der 6 monatige Rekrutenzeit im Fliegerhorst Manching in Ingolstadt beim Fl.A.Regt. 13
193931. MaiDänemark und das Deutsche Reich schließen einen Nichtangriffspakt
19391. JuliEnde der Rekrutenzeit im Fliegerhorst Ingolstadt
19392. JuliBeginn der Ausbildung der L.K.S. 4 in Fürstenfeldbruck bei München
19391. SeptemberAngriff deutscher Truppen auf Polen ohne vorherige Kriegserklärung
19392. NovemberGeburt von Wolfgangs Nichte Ulrike
1939November – DezemberWolfgang wird zur Flugmechaniker-Ausbildung der technischen Kompanie der Flugzeugführerschule A/B Neuhausen in Königsberg bei Ostpreußen verlegt.
Er lernt Ennke Plaep, seine spätere Frau, kennen.
193930. November„Winterkrieg“ zwischen Finnland und Russland. Die skandinavischen Staaten beschließen bald, neutral zu bleiben und verhindern auch Materiallieferungen der Briten an die Finnen.
bis 194013. März
1939DezemberWolfgangs erfolgreiche Ablegung der Flugmechaniker-Prüfung
1940Die Widerstandsbewegung in Norwegen ist groß, bereits im Herbst 1940 wird innerhalb Norwegens die militärische Organisation „Milorg“ aufgebaut, die bei der Befreiung rund 55.000 Mitglieder skandinavischen Staaten hat; die zivile Organisation „Sivorg“ wird ebenfalls Ende 1940 gegründet. Außerhalb Norwegens leistet die norwegische Handelsflotte (rund 1000 Schiffe) viele kriegswichtige Dienste.
Nur 26 von 2200 norwegischen Juden überleben die deutsche Besatzung; 44.000 Norweger kommen in Gefangenenlager oder spezielle Zuchthäuser. Andere Norweger kollaborieren mit der Deutschen Wehrmacht.
194028. MärzDie Briten beschließen, die norwegischen Küstengewässer zu verminen und die Hafenstädte Narvik, Stavanger, Bergen und Trondheim zu erobern (Operation Wilfred und Plan R 4). Die Deutschen sollten von der Versorgung mit schwedischem Eisen abgeschnitten werden. Die Briten hätten so auch den Nordseezugang sperren und eine Basis für Luftangriffe auf Deutschland einrichten können.
1940AprilWolfgangs Versetzung nach Pillau, Königsberger Hafen
19409. April„Operation Weserübung“ – Norwegen und Dänemark werden von Deutschland angegriffen, das den Briten zuvorkommen wollte. Die beiden Länder werden von Deutschland aufgefordert, keinen Widerstand entgegenzusetzen. Dänemark kapituliert nach wenigen Stunden, Norwegen nicht. Das deutsche Kriegsschiff Blücher kann versenkt und so die Besetzung der Hauptstadt verzögert werden. Die Königsfamilie entkommt samt den Goldreserven Norwegens.
1940AprilWolfgangs "inoffizielle" Verlobung mit Ennke
1940Ende April – MaiÜberstellung Wolfgangs nach Leipzig zum U.L.K. in das 2. Fl.A. Regt. 82
19407. JuniDer König und seine Regierung gehen nach Großbritannien. König Håkon VII. sendet daraufhin von London aus Reden, die für die Stimmung und Moral in Norwegen eine große Bedeutung haben.
194010. JuniKapitulation der norwegischen Armee gegenüber der Wehrmacht. Deutschlands Versorgung mit schwedischem Eisenerz und Stahlveredelungsmetallen ist den restlichen Krieg über gesichert.
Vidkun Quisling, Führer der norwegischen faschistischen Partei Nasjonal Samling, putscht. Er wird aber von dem von Hitler eingesetzten Reichskommissar Josef Terboven größtenteils ignoriert.
1940Juni – JuliÜberstellung zur A2 – Ausbildung zum Piloten, Flugplatz Chemnitz, Plauen im Vogtland im Bezirk Chemnitz
1940August – Jänner 1941A/B – Ausbildung in Chemnitz. Erster Alleinflug
1941Februar – MärzFreiwilliger Arbeitsdienst "Schikommando" in Aschberg im Kleinzenthal im Sächsischen Erzgebirge
1941Februar – JuliFlugzeugführerschule A/B 7, Plauen im Bezirk Chemnitz
1941AprilBeförderung zum Unteroffizier
1941FrühsommerB2 – Ausbildung, Focke Wulf 58, Plauen unter Gruppenlehrer: Neidnig
1941SommerAusbildung auf der He 51, K – Kunstflug
1941AugustVersetzung zu einer Jagdgruppe nach Trondheim/Norwegen
1941Juli"Offizielle" Verlobung von Ennke und Wolfgang in Königsberg
1941DezemberHochzeit von Wolfgang und Ennke in Königsberg
1942In Norwegen wird Quisling Premier, bleibt aber de facto machtlos. 1945 wird er als Hochverräter hingerichtet.
1942MärzWolfgang macht einen Ausflug zum Polarkreis in Finnland. Treffen mit Wolfgangs Schwester Helga und Ennke in Güstrow.
1942AprilStationierung in Petsamo, Nordfinnland, 7. Staffel, 5. Jg.
194227. AprilTod von Wolfgangs Schwester Helga
1942Mai – JuniWest-Cazaux, Frankreich, erster Kriegseinsatz an der Front mit Focke Wulff 190
1942JuniWolfgang in Pyla in der Bucht von Arcachon am Atlantischen Ozean (Cote d‘Argent), westlich von Bordeaux
1942JuniGroße Trauerfeier in Bordeaux (4 Kameraden kamen durch Flugzeugabschüsse ums Leben: Fw. Hausler, Uffz. Knobloch und Laussen sowie ein Flak-Soldat)
19427. Juli1. Unfall mit einer Focke-Wulff, Jäger 109 F/2 bei Paris, Maschinenschaden
1942Juli – AugustFrankreich, FJ Jäger 190, Erg.Jagdgr. West-Cazaux, Jagdlehrer Edmeier
1942Anfang SeptemberWolfgang bringt seine Nichte Uli nach Schneedörfl.
1942SeptemberWolfgang in Petsamo, bei der 7. Staffel, Jg. 5
1943AprilAltengaad, Nordnorwegen, südlich von Hammerfest
2. Unfall (Kopfstand mit der Maschine wegen Bremsversagens und Seitenwind)
1943JuniEinsatz in Alta, Nordnorwegen
19437. JuniGeburt der Tochter Brigitte Irene (Brixi)
1943-1944November – MärzEinsatz in Stavanger “Sola Land”, Rogaland, 11/Jg. 5
1944SommerEinsatz in Bodö
1944NovemberGeburt der 2. Tochter Marianne Erna
1944 DezemberEinsatz in Stavanger
194516. FebruarStart zum Einsatz vom Flugplatz Gossen, nahe der Stadt Molde, mit einer Me-109 96, Jg 5, III. Gruppe, 10. Staffel. Luftkampf beim Hjoerundfjord. Wolfgang wird als vermisst gemeldet, da er vom Feindflug nicht mehr zurückgekommen ist.
Wolfgang wird von britischen Jagdfliegern abgeschossen, seine ME-109 stürzt am Berg Saksa/Breifonndalen am Hjoerundfjord ab.
194529. AprilIn Wien, das Mitte April von russischen Truppen befreit wurde, konstituiert sich die erste Staatsregierung unter Karl Renner.
19458. MaiDie bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht und aller Teilstreitkräfte tritt in Kraft.

In Österreich wird das Verbotsgesetz beschlossen, das die NSDAP und ihre Wehrverbände, Gliederungen und angeschlossenen Verbände sowie alle nationalsozialistischen Organisationen und Einrichtungen als aufgelöst erklärt und ihre Neubildung verboten.
194513. MaiKronprinz Olav trifft in Oslo ein
19457. JuniKönig Håkon VII. folgt am 7. Juni 1945.
In Norwegen werden rund 46.000 Personen wegen Landesverrats verfolgt. Die „Tyskerbarna“ („Deutschenkinder“) und ihre Mütter werden sozial diskriminiert.
Durch die Konfiszierung des an norwegischen Unternehmen beteiligten deutschen Kapitals erreichte Norwegen eine dominierende Stellung in Rohstoffproduktion und Eisenerzbergbau, Stahl- und Aluminiumindustrie.
194522. JuniWolfgangs Leichnam wird zu Tal getragen.
194523. JuniBegräbnis des Leichnams am Ortsfriedhof in Sæbø.
1947Tod der zweiten Tochter Marianne Erna.
1947 – 1953Norwegische Deutschland-Brigade: Norwegische Streitkräfte sind in der britischen Besatzungszone stationiert. Anfangs soll durch strenge Regelungen eine Verbrüderung mit den Deutschen verhindert werden. Später werden die Regelungen liberalisiert, um Not leidenden Deutschen besser helfen zu können. Viele norwegische Soldaten engagieren sich auch danach für norwegisch-deutsche Zusammenarbeit.
1960Die norwegische Botschaft in Wien wird eröffnet. Zuvor lag Österreich im Amtsbereich der norwegischen Botschaft in Berlin, Prag oder Bern. Norwegische Konsulate gibt es heute in Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck und Bregenz.
1960Norwegen und Österreich treten der EFTA bei.
1968Wolfgang wird offiziell für tot erklärt.
1977Die Österreichisch-Norwegische Gesellschaft wird gegründet. Die Freundschaftsgesellschaft mit Sitz in Wien fördert kulturelle, wirtschaftliche und politische Beziehungen zwischen Österreich und Norwegen.
1980Positive Abstimmung der Dorfbevölkerung für den Verbleib des Grabes am Friedhof in Sæbø und Übernahme der Grabpflege der 3. Klasse der Schule. Die Kosten übernimmt der Hjørundfjorder-Geschichtsverein.
1988Eine Interessensgruppe (Amateurhistoriker Arnold Hustad und Matthias Zilke, Student) beginnt zu arbeiten. Sie hat das Ziel, noch existierende Überreste der Luftschlacht vom 16.02.1945 zu sammeln und zu erhalten
1993JännerAntwortschreiben der Österreichischen Botschaft in Oslo mit Übersendung der Adresse der Familie Kindt in Wien.
1993FebruarErste Kontaktaufnahme von Arnold Hustad mit der Familie Edgar Kindt (Cousin von Wolfgang).
1993Ende AprilTod von Wolfgangs Gattin Ennke
1993SeptemberErste Norwegenreise nach Sæbø und Örsta
1995Arnold Hustad auf Besuch in Wien
199922. SeptemberZweite Norwegenreise auf Einladung der Bürgermeister von Ørsta/Sæbø und Aukra/Gossen
199923. SeptemberTreffen von Brixi mit Berta Stocke bei Wolfgangs Grab. Berta Stocke traut sich erst 1999 zu sagen, dass sie das Grab von Kriegsende bis 1988 heimlich gepflegt hat.
Trauergottesdienst in der Kirche von Sæbø.
Übergabe des offiziellen Totenscheins Wolfgangs
199924. SeptemberFragestunde in der Schule über die "Diskriminierung von Minderheiten". Mit der 10. Klasse, die 1 Woche später nach Auschwitz fährt, Diskussion über Wolfgang und den Krieg.
2006Reidun und Arnold Hustad auf Besuch in Wien
2010Die Norwegisch-Österreichische Gesellschaft wird gegründet. Die unabhängige Organisation für die in Österreich lebenden Norweger und Freunde des Königreichs Norwegens setzt sich für eine gute Beziehung der beiden Länder ein.
201025. MärzDer Generalsekretär des Europarates und frühere norwegische Parlamentspräsident, Thorbjørn Jagland, erhält das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich.
2010SeptemberDritte Norwegenreise